BMW 328 Nachfertigung Zylinderkopf

Nachfertigung Zylinderkopf

Der nachfolgende Bericht informiert über eine neue Reproduktion eines Zylinderkopfes, z.B. passend für den BMW 328 und dessen Derivate. Er dokumentiert sowohl den in unserem Hause durchgeführten Verbau, als auch die Erprobung in Zusammenhang eines Restaurationsprojektes für den BMW 327/28.

Informationen und Erläuterungen zur Reproduktion

Die Lieferung des Zylinderkopfes im Dezember 2008 und - wie angekündigt - der Termin der separaten Lieferung der Ventile (mit Federn) verlief reibungslos. Das Fahrzeug, ein BMW 327/328 mit Zylinderkopfschaden, wurde nahezu zeitgleich mit den Ventilen in unserem Betrieb angeliefert, so dass das Projekt „Zylinderkopf" beginnen konnte.

 

Unser erster Eindruck des Kopfes war, dass es sich hierbei um eine sehr gut gelungene Reproduktion handelt und scheinbar ein besonderes Augenmerk auf die Originaltreue gelegt wurde.



links Original, rechts reproduzierter Zylinderkopf

Laut Hersteller konnte neben einer originalgetreuen Nachfertigung, eine Verbesserung der Qualität hinsichtlich der technischen Anforderung, sowie eine damit einhergehende Steigerung in der Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit realisiert werden. Aufgrund von Schadensberichten und deren Analyse wurden konzeptbedingte Schwächen des originalen Zylinderkopfes in der Reproduktion beseitigt.

 

Da gerade den Mängeln originaler Bauteile Rechnung getragen wurde, gibt es Veränderungen, die der technischen Evolution dienen. Dazu gehört unter anderem, dass die Lagersitze verstärkt und die Querrohre der Stößelstangen leicht versetzt wurden. Ebenso wurden konstruktive Schwächen, wie z.B. die bruchgefährdete Vergaserflansche optisch dezent modifiziert - in diesem Fall durch dickere Wandstärke und bessere, kerbunempfindlichere Kantenradien.

Montage und Inbetriebnahme

Nach der Verschraubung auf dem Motorblock wurder die Kipphebelwellen mit Spezialwerkzeug zur leichteren Montage eingesetzt, die originalen Stahlgussblöcke wurden verschraubt und die Ventile eingestellt. Vergaser und Zündung wurden nach Werksdaten installiert.

 

Nach Abschluss aller Monatgearbeiten wurde der mit demontierten Ventildeckeln gestartet, um zu prüfen, ob die Ölversorgung der Kipphebelwellen gesichert ist. Nach einigen Sekunden trat an allen dafür vorgesehenen Stellen Öl aus, sodass die wieder montiert werden konnten.

Der Motor lief auf Anhieb rund und ohne Geräusche vom Ventiltrieb. Einige Zeit später war die Wassertemperatur auf 70 Grad gestiegen, änderte sich nicht merklich. So kann man sagen, dass der Wasserhaushalt in der ersten Anlaufphase zur Zufriedenheit arbeitete.

Die Funktionalität der neuen Reproduktion war also gegeben. D.h. keine ungewöhnlichen Geräusche traten auf. Nun kam es darauf an, dass der Zylinderkopf auch dauerhaft funktionell und reibungslos läuft. Nach den ersten 1000 Kilometern zogen wir die Zylinderkopfschrauben nach und stellten die Ventile ein - bis dato wurden keine Veränderungen festgestellt.

Langstreckentest

Im Mai 2009 konnte der Langstreckentest beginnen. Auf eigener Achse von Friesland über Holland, mit der Fähre nach Großbritannien, quer durch die Grafschaft Kent, in Richtung London und zurück. Während der Fahrt wurden Temperatur-Öldruck und Ventile kontrolliert. Diese lagen, wie erwartet, im normalen Bereich - auch das Ventilspiel ergab kaum messbare Veränderungen. Nach 14 Tagen wieder zu Hause angekommen, erfolgte die Kontrolle, ob denn alles seiner Bestimmung nach funktioniert. Nach nun gut 5000 Kilometern können wir sagen, dass die Reproduktion des Zylinderkopfes sehr gut gelungen ist!