Dem Untergang nur knapp entronnen

 

 

Auch wenn es heute schwerfällt zu glauben: Es gab reinrassige Porsche-Rennwagen schon bevor Porsche selbst reinrassige Rennwagen baute - schuld daran trugen Walter und Helm Glöckler. Die beiden Vettern waren schon von Geburt an mit dem Rennvirus infiziert, schließlich war Otto Glöckler - der Vater von Walter - schon 1927 vom Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring als Sieger der 250er-Klasse bei den Motorrädern zurückgekehrt . 1948 baute sich der zum VW-Händler avancierte Glöckler dann auf Hanomag-Basis einen Eigenbau mit Rohrrahmen-Chassis und Mittelmotor, mit dem er 1949 das Schauinsland-Rennen gewann. Und nachdem der VW-Händler der ersten Stunde 1950 auch noch eine Porsche-Vertretung für den Frankfurter Raum übernommen hatte, schuf Walter Glöckler mit seinem Kundendienstleiter Hermann Ramelow einen weiteren Eigenbau nach bewährtem Vorbild: Mittelmotor, Rohrrahmen und ein 1,1 Liter VW-Motor, der bereits über die Zylinderköpfe des Porsche 356 verfügte und - mit Alkohol-Treibstoff - bis zu 62 PS abgab. Was dem nur 450 Kilogramm schweren - Gefährt mit der von der Spenglerei Carl-Heinz Weidenhausen gedengelten Aluminium-Karosserie zu beachtlichem Temperament verhalf. Das Ergebnis war die deutsche Sportwagenmeisterschaft 1950 - und die Aufmerksamkeit der Ingenieure bei Porsche.

Aus "gute Fahrt" 8/09 - Text Jürgen Lewandowski - Fotos Stefan Bau